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Verbundwerkstoffe: Leicht, stark und voller Potenzial

Sie sind leicht, extrem belastbar und aus vielen Hightech-Anwendungen nicht mehr wegzudenken: Verbundwerkstoffe. Dank ihrer massgeschneiderten Eigenschaften eröffnen sie neue Möglichkeiten in Konstruktion und Design. Gleichzeitig erfordern sie ein tiefes Verständnis für Materialverhalten, Fertigung und Simulation. Wir zeigen, was Verbundwerkstoffe auszeichnet, wo ihre Grenzen liegen und wie Unternehmen ihr Potenzial gezielt nutzen können.


Was sind Verbundwerkstoffe?

Verbundwerkstoffe sind Materialien, die aus der Kombination verschiedener Komponenten bestehen. Eine wichtige Untergruppe sind die Faserverbundwerkstoffe (FVK), auch bekannt als faserverstärkte Kunststoffe oder Composites.

Der grosse Vorteil von Verbundwerkstoffen liegt in der Möglichkeit, ihre Eigenschaften massgeschneidert an die jeweilige Anwendung anzupassen. Dies geschieht durch gezielte Auswahl der Komponenten und geeignete Verarbeitungsverfahren, was sie für zahlreiche Anwendungsgebiete attraktiv macht.

Faserverbundwerkstoffe zeichnen sich dadurch aus, dass Fasern – ähnlich wie Holzfasern in Bäumen – die Kunststoffmatrix verstärken und deren mechanische Eigenschaften deutlich verbessern. Entscheidend ist das Zusammenspiel zwischen den Fasern und der Kunststoffmatrix:

  • Fasern allein können hohe Zugkräfte aufnehmen, sind jedoch für Bauteile, die Biegung oder Druck beanspruchen, ungeeignet.

  • Unverstärkte Kunststoffe können zwar Bauteile bilden, sind aber oft spröde oder zu flexibel.

Erst die Kombination aus Fasern und Kunststoff sowie die feste Anbindung der Matrix an die Fasern ermöglicht die Herstellung hochbelastbarer Bauteile. Beispiele hierfür sind Flugzeug- und Fahrzeugkomponenten sowie Sportgeräte wie Skier.

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Verstärkungsfasern bestehen heute im Wesentlichen aus Glasfasern, Kohlenstofffasern, Aramidfasern und Naturfasern. Diese Fasern zeichnen sich durch ihre geringe Dichte aus und verleihen den zu verstärkenden Kunststoffen eine hohe Festigkeit und Steifigkeit.

Unten folgt ein Beispiel, wie der Airbus A380 aus unterschiedlichen Verbundwerkstoffen entwickelt wurde – jeweils angepasst an die spezifischen Belastungsfälle.

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Markt für Faserverbundwerkstoffe

Im Laufe der letzten fünf Jahrzehnte ist die weltweite Kunststoffproduktion kontinuierlich gewachsen – im Durchschnitt um fast 10 % pro Jahr. Derzeit wird rund ein Viertel der globalen Kunststoffproduktion in Europa gefertigt. Innerhalb Europas ist Deutschland mit etwa einem Drittel dieser Menge das grösste Erzeugerland.

Der Markt für Faserverbundwerkstoffe stellt ein kleines, aber aufgrund seiner besonderen Eigenschaften bedeutendes Segment der Kunststoffindustrie dar. Zwar liegt das Produktionsvolumen europaweit unter 5 % der gesamten Kunststoffmenge, doch die Anwendungen sind häufig sehr innovativ und technisch anspruchsvoll – beispielsweise in der Luft- und Raumfahrt, im Fahrzeugbau oder im Bereich der erneuerbaren Energien.


Vorteile und Anwendung von Faserverbundwerkstoffen

Verbundwerkstoffe bieten gegenüber herkömmlichen Materialien zahlreiche Vorteile und werden daher in vielen Branchen immer beliebter. Der wichtigste Vorteil ist ihr aussergewöhnliches Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht. Sie sind leichte Materialien mit hoher Festigkeit und Steifigkeit – ideal für Anwendungen, bei denen Gewichtsreduzierung entscheidend ist, wie in der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie oder bei Sportgeräten.

Das geringe Gewicht von Verbundwerkstoffen verbessert nicht nur die Kraftstoffeffizienz, sondern ermöglicht auch eine schnellere Beschleunigung, bessere Manövrierfähigkeit und geringere strukturelle Ermüdung.

Ein weiterer Vorteil ist die hervorragende Korrosionsbeständigkeit. Im Gegensatz zu Metallen, die bei Kontakt mit Feuchtigkeit, Chemikalien oder rauen Umgebungen rosten oder zersetzen, sind Verbundwerkstoffe widerstandsfähig. Diese Eigenschaft macht sie ideal für Anwendungen in der Schifffahrt, der chemischen Industrie und der Infrastruktur, wo Haltbarkeit und langfristige Leistungsfähigkeit entscheidend sind.

Durch den Einsatz von Verbundwerkstoffen können Unternehmen Wartungskosten senken, die Lebensdauer von Strukturen verlängern und selbst unter schwierigen Bedingungen eine konstante Leistung gewährleisten.

Darüber hinaus bieten Verbundwerkstoffe grosse Flexibilität und Vielseitigkeit im Design. Durch die Variation der Faserarten, deren Ausrichtung und Volumenanteile sowie die Wahl der Harze und Additive lassen sich die mechanischen, thermischen, elektrischen und akustischen Eigenschaften gezielt anpassen. So entstehen massgeschneiderte Lösungen für unterschiedlichste Anwendungen.

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Die Möglichkeit, komplexe Formen, komplizierte Geometrien und integrierte Funktionen zu schaffen, erweitert die Gestaltungsmöglichkeiten zusätzlich und eröffnet neue Chancen in Branchen wie Architektur, Konsumgüter und erneuerbare Energien.

Diese Eigenschaften machen Verbundwerkstoffe für verschiedene Anwendungen sehr attraktiv, da sie im Vergleich zu herkömmlichen Materialien eine verbesserte Leistung, Haltbarkeit und Effizienz bieten.


Nachteile und Limitierungen

Trotz der zahlreichen Vorteile haben Verbundwerkstoffe auch einige Einschränkungen, die bei der Auswahl und Anwendung berücksichtigt werden müssen.

Eine der grössten Herausforderungen sind die hohen Herstellungskosten. Die Produktion erfordert komplexe Verfahren und teure Rohmaterialien wie Kohlenstofffasern, was sie für viele Anwendungen weniger wirtschaftlich macht.

Neben den hohen Kosten, stellt auch das mechanische Verhalten von Verbundwerkstoffen eine Herausforderung dar. Sie sind spröde und zeigen kein duktiles Versagen wie Metalle - Schäden treten oft plötzlich und ohne Vorwarnung auf. Hinzu kommt die ausgeprägte Anisotropie: Die Festigkeit und Steifigkeit wirken hauptsächlich entlang der Fasern, was die Eigenschaften stark richtungsabhängig macht.

Dadurch erfordert die Auslegung und Konstruktion ein hohes Mass an Fachwissen. Fehler bei der Faserorientierung oder beim Laminataufbau können die Festigkeit erheblich reduzieren und zu vorzeitigem Versagen führen.


Chancen von Verbundwerkstoffen mit cross-ING

Um diese Herausforderungen zu meistern, ist spezialisiertes Fachwissen entscheidend. Genau hier setzen wir an: Mit unserem erfahrenen Ingenieurteam und umfassender Kompetenz in Materialauslegung, Fertigungstechnik und Simulation unterstützen wir Ihr Unternehmen dabei, Verbundwerkstoffe optimal einzusetzen. Durch massgeschneiderte Lösungen und fundierte Beratung schafft die cross-ING einen klaren Wettbewerbsvorteil – von der Konzeptphase bis zur Serienproduktion. So profitieren Sie nicht nur von den Vorteilen moderner Verbundwerkstoffe, sondern sichern auch die Qualität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit Ihrer Produkte.





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